|
Faszinierendes Klangerlebnis im Hof des Kindergartens
Musik verschiedenster Stilrichtungen wird bei Serenade in Laudenbach von vielen Gästen beklatscht
Laudenbach. Musik verschiedenster Stilrichtungen findet immer wieder Publikum; dies wurde bei den zahlreichen Zuhörern deutlich, die bei herrlichem Sommerwetter zur Serenade in den Hof des Kindergartens gekommen sind. Für das faszinierende Klangerlebnis unter den schattenspendenden Bäumen sorgte neben dem gastgebenden Laudenbacher Blasorchester und der Jugendkapelle des Musikverein „Harmonie“ besonders auch die prächtig aufspielende Big Band des Johannes –Butzbach-Gymnasiums Miltenberg. Das gastgebende Blasorchester und seine Solisten wurden dem mittlerweile hohen musikalischen Anspruch mit differenzierter Interpretation, ungebremster Spielfreude, aber auch beachtlichem technischen Niveau und einem frischen harmonischen Gesamtklang in jeder Weise gerecht.
Polkas und Marschmusik
Kaum andere Stücke wären zum Auftakt der Serenade als Homage an die Blasmusik besser geeignet gewesen, als der stimmungsvolle „Falkenauer Marsch“ von Ernst Mosch und die „Lottchen Polka“ nach der Musik von Ladislav Kubes. Wie eine Liebeserklärung erklang die charmante Ballade „Just The Way you are“nach der Musik von Billy Joel mit der Gesangssolistin Kerstin Olejak. Mit der „Egerländer Perle“ von Hans Kaszner und dem präzisen Einsätzen des Trompetensolisten Stefan Braunwarth setzte das Blasorchester unter der Leitung von Erich Rachor, der auch durch das Programm führte, den musikalischen Reigen klangvoll in allen Registern fort. Mit dem „St. Louis Blues“ von W.C. Handy, konnten besonders der Tenor-Saxophonist Tobias Schwarzer und der Schlagzeuger Felix Wöber ihr souveränes Können unter Beweis stellen. Swingend und in Erinnerung an die von Hits geprägte Zeit des besonderen Lebensgefühls interpretierte Kerstin Olejak effektvoll mit ihrer auf hohem musikalischen Niveau ausdrucksstarken Stimme den Titel „Almost Like Being In Love“, ein Arrangement nach der Musik von Frederick Loewe. Immer wieder zieht die legendäre Musik von Ernst Mosch die Zuhörer in seinen Bann, so auch die von exakten Tempowechsel geprägt Polka „Zwei Strawanzer“. Den Schlusspunkt im ersten Programmteil setzte das Orchester mit dem klangvollen „Andulka Marsch“ von Frantisek Kmoch.
Musikernachwuchs beherrschte modernen Sound
Das Jugendkapelle des Musikvereins geizte vor großem Publikum nicht, um die gute musikalische Nachwuchsarbeit unter Christian Gerling eindruckvoll unter Beweis zu stellen. Sicher hatte der junge Dirigent, der den moderneren Sound bevorzugte, seine 17 Jungmusiker im Griff. Diszipliniert und präzise in allen Registern waren Stücke wie „Boulevard of broken dreams“ bekannt aus der Musik der Punk Band Green Day, dem „Sunny Day“ von Dizzy Stratford, oder dem „Smooth“ einer Performed von Charlos Santana nach der Musik von Rob Thomas zu hören. Die Jungmusiker ließen bei sauberer Intonation der Stücke immer wieder erkennen, dass sie bei ihrer musikalischen Ausbildung auf gutem Wege sind.
Big Band sorgte auch für fetzige Rhythmen
Längst hat sich die Big Band des Johannes-Butzbach-Gymnasiums unter der Leitung von Martina Gronemann durch zahlreiche öffentliche Auftritte einen klangvollen Namen gemacht. Profitieren konnte das Ensemble von den zahlreichen Solisten in ihren Reihen und einer ausgereiften Spielkultur in allen Registern. Mit einem beachtlichem Repertoire und Stücken wie dem von Dave Wolpe arrangierten Swing-Klassiker „Mack The Knife“ und Titelsong des Films Moulin Rouge „Lady Marmelade von Roger Holmes mit der Tenorsaxophonistin Verena Hock und Urs Holzmeister auf der Trompete sorgte die Big Band für einen stimmungsvollen Beginn. Als wahre Zauberkünstler präsentierte sich die Band mit ihren Solisten Marco Scheurich (Trompete), Mario Beck (Tenor-Saxophon), Fabian König (Posaune) und Andrea Dassing (Alt-Saxophon) bei dem magischen Titel „Hocus Pocus“ von Larry Barton. Neben Stücken wie dem Jazz Titel „Take Five“ von Paul Desmond und dem Solisten Sven Packhäuser (Tenorsaxophon), ließ die Big Band ihre Zuhörer mit „Mr.Papi“ einer mitreißenden Kombination eingängiger Melodien und fetzigen lateinamerikanischen Rhytmen von Victor Lopez mit den Solistebn Steffen Hench (Trompete) und Verena Hock (Tenorsaxophon) von Sonne, Meer und Palmen träumen.
Virtuoses Zusammenspiel und enorme Experimentierfreude bestimmten die Worldmusic „Rhythmen Of the Night“ von Diane Warren mit den solistischen Einlagen von Sebastian Dicker und Felix Wöber (Schlagzeug) und Urs Holzmeister (Trompete). Mit der fetzigen Funknummer „The Chickern“, Arrangiert von Kris Berg konnte die Big Band zum Abschluss nochmals im furiosen Endspurt bei Höchstschwierigkeiten in den Solopassagen im Wechsel mit groovigen Tutti-Passagen alle Register ihres Könnens ziehen. Durch das Programm führten einige Jungmusikerinnen. Vorsitzender Michael Breitenbach dankte der katholischen Kirchenverwaltung für die Überlassung des Geländes, das die Veranstaltung heuer wieder möglich machte, sowie allen Helferinnen und Helfern die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben.
Manfred Seemann, Bote vom Untermain vom 19. Juni 2007
|