|
Eine einzige Homage an die Blasmusik
Musikernachwuchs bei der „Harmonie“ Laudenbach ist auf gutem Weg
Laudenbach. Musik macht Spaß, das wurde bei den zahlreichen Zuhörern deutlich, die bei strahlendem „Kaiserwetter“ zur Serenade in den Hof des Kindergartens gekommen waren. Zu dem faszinierenden Klangerlebnis unter den schattenspendenden Bäumen in angenehmer Atmosphäre hat das Blasorchester und das Jugendorchester des Musikverein „Harmonie“ beigetragen. Fand doch heuer die Serenade auf neuem Gelände oberhalb der Odenwaldstraße statt, was sowohl für die Musiker wie auch die Zuhörer einer Prämiere gleich kam. Doch das Orchester und seine zahlreichen Solisten wurden dem musikalischen Anspruch der Vorjahre mit differenzierter Interpretation, ungebremster Spielfreude, aber auch hohem technischen Niveau und einem frischen harmonischen Gesamtklang in jeder Weise unter seinem engagierten Dirigenten Erich Rachor gerecht. Bei den hochsommerlichen Temperaturen, war es kein Wunder, dass so mancher Musiker und auch Dirigent Rachor sein Haupt vor der prallen Sonne wohl nicht ganz Stilecht schützen musste. Einen besonderen Dank unter dem Beifall der Besucher richtete Vorsitzender Michael Breitenbach an die katholische Pfarrgemeinde für die Überlassung des Geländes das die Veranstaltung heuer erst möglich machte.
Gute musikalische Nachwuchsarbeit
Den bunten Melodienreigen eröffnete das Jugendblasorchester und konnte vor großem Publikum die gute musikalische Nachwuchsarbeit die unter Christian Gerling geleistet wird eindruckvoll unter Beweis stellen. Sicher hatte der junge Dirigent Christian Gehrling seine 15 Jungmusiker mit einem Durchschnittsalter von 12 Jahren im Griff. Diszipliniert und präzise in allen Registern waren Stücke wie der „Brandy Station March“ von John Edmondson, der Swing „Mister Joe“ von Joe Grain zu hören. Das Können der Jungmusiker bei sauberer Intonation blitzte besonders bei Michael Sweeney arrangierter gleichnamigen Filmmelodie „Beauty and the Best“ und dem aus dem Film Sister Act bekanntem „I will follow him“ von Michael Sweeney auf und machte deutlich das der Musikernachwuchs bei der „Harmonie“ auf gutem Wege ist.
Kaum andere Stücke wären zum Auftakt der Serenade als Homage an die Blasmusik besser geeignet gewesen, als der stimmungsvolle „Andulka Marsch“ von Frantisek Kmoch und die „Anna Polka“ nach der Musik von Josef Hotovy, mit diesen Werken setzte das Blasorchester den musikalischen Reigen dymanisch klangvoll in allen Registern fort. Der im Jahre 1911 nach der Musik von Irving Berlin geschriebene und von Mel Lewis arrangierte Trompetensatz „Alexanders Ragtime Band“ profitierte vom guten Klangvolumen und präzisen Einsätzen der Trompetensolisten. So manche Herzen zum höher schlagen brachte der Trompetensolist Stefan Braunwarth mit dem „What A Wonderful World“ nach der Musik des legendärem Louis Armstrong.
„Hey Big Spender“ ein Titel nach der Musik von Cy Colemann, arrangiert von Erich Rachor bei dem sich alles um Liebe und einen umworbenen Mann dreht, sorgte die stimmgewaltige Sängerin Kerstin Olejak in guter Harmonie mit dem Orchester für eine besondere musikalische Delikatesse. Alle Register seines Könnens zog der jugendliche Schlagzeug-Solist Felix Wöber in guter Harmonie mit dem Trompeten bei Franz Bummerls „Lieblingstrommler“.
Gekonnte Dissonanzen
Einige schwierige Kadenzen galt es vom Tuba-Solisten Ralf Zöller bei Robert Payers „Tuba-Capriolen“ bravourös zu meistern. Ansatzfrei im Spiel auf der Trompete präsentierte Stefan Braunwarth die Schlagermelodie „Arrival“ nach der Musik von Benny Anderson/Björn Ulvaeus. Swingend und in Erinnerung an die von Hits geprägte Zeit des besonderen Lebensgefühls interpretierte Kerstin Olejak effektvoll mit ihrer auf hohem musikalischen Niveau ausdrucksstark geprägten Stimme „Night And Day“ von Cole Porter nach einem Arrangement von Erich Rachor. Etwas besonderes hatte sich das Orchester bei dem Stück „Drums A-Plenty“ von Lew Pollack einfallen lassen. Mit percussiven Instrumenten wie Glocke, Tempoclocks oder Wudglocks sorgten die Solisten Manuela Eilbacher, Christina Köhler, Anna Frieß, Felix Wöber und Michael Wöber für einige gekonnte Dissonanzen im Zusammenspiel mit dem Orchester. Als exzellenter Meister auf der Klarinette spielte sich mit prächtigem Lauf Hermann Frieß mit dem melodischen „Petite Fleur“ nach der Musik von Sidney Bechet und arrangiert von Erich Rachor in die Herzen der begeisterten Zuhörer. Dem Ohrwurm der reiferen Jahrgänge aus den 60er Jahren „Down Town“ von Tony Hatch arrangiert von Erich Rachor verhalf Kerstin Olejak mit ihrer absolut konzertreifen Stimme bei präziser Abstimmung mit den Instrumentalisten zu besonderer Ausdruckskraft. Die Zeit des Zupackens bestimmten die 50er Jahre und so klassische Blasmusikstücke wie die Egerländer „Fuchsgraben Polka“ aus der Feder von Karel Vacec boten dem Orchester die Möglichkeit sich mit seinem gesamten Trompetenregister auszuzeichnen. Den Schlusspunkt setzte das Orchester mit dem klangvollen Marsch „Bohemia“ von Kurt Pascher. Durch das Programm führte Erich Rachor .
Manfred Seemann, Bote vom Untermain vom 25. Juli 2006
|