Serenade 2005

MV Laudenbach

Schlosshof Laudenbach war prächtiger Rahmen für stimmungsvolle Serenade

Musikalisches mit Geschichten zur Geschichte

Laudenbach. Ganz nach dem Geschmack der zahlreichen Zuhörer war bei strahlendem „Kaiserwetter“ die Serenade im Schlosshof Laudenbach. Zu dem faszinierenden Klangerlebnis vor prächtiger Kulisse und über 300 Zuhörern hatte das Blasorchester und das Jugendorchester des Musikverein „Harmonie“ aber auch die stimmungsvolle Atmosphäre im historischen Innenhof des Aufseß’schen Schlosses und auch das Gastorchester vom Musikverein Wörth beigetragen.

War es doch heuer wieder das besondere Flair, gepflegte Musik und einen Hauch von Nostalgie mit „Evergreens“ der 20er bis 90er Jahre des letzten Jahrhunderts bei Kuchen und Kaffee zu genießen. Das Laudenbacher Orchester wurde diesem Anspruch mit differenzierter Interpretation, ungebremster Spielfreude, aber auch hohem technischem Niveau und einem frischen harmonischen Gesamtklang in jeder Weise unter seinem energisch einfühlsamen Dirigent Erich Rachor gerecht. Zwischen den einzelnen Musikstücken kamen Zeitzeugen, mit ihren örtlichen Geschichten zu Wort, die aus der jeweiligen Zeitepoche eingestreut wurden. Wenn gleich diese recht amüsant anzuhören waren, sprengten sie für die auswärtigen Zuhörer doch den üblichen Rahmen einer Serenade. Einen besonderen Dank unter dem Beifall der Besucher richtete Vorsitzender Michael Breitenbach an den Hausherrn, Fürst zu Löwenstein, der eigens für die Serenade wieder die Tore zu seinem Privatgelände geöffnet und so die Veranstaltung vor der Kulisse des Schlosses möglich gemacht hat.

Musikalische Zeitreise mit dem Laudenbacher Blasorchester
Kaum ein anderes Stück wäre zum Auftakt der Serenade als Homage an die Musik besser geeignet gewesen, als der stimmungsvolle „Gruß aus Böhmen“ nach einem Arrangement von Franz Bummerl, mit dem das Blasorchester Laudenbach den musikalischen Reigen dymanisch klangvoll eröffnet hat. Sein gutes Klangvolumen bei präzisen Einsätzen stellte das Orchester mit der Interpretation der „Dixieland Parade“ von David Marshall mit den Solisten Stefan Braunwarth, Arno Weimer und Veronika Ruggierie unter Beweis. Schlager der 30er Jahre wie „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“, oder „Liebling mein Herz lässt Dich grüßen“ nach einem Arrangement von Erich Rachor ließen die Herzen vieler Zuhörer höher schlagen. Die pure Lebensfreude und das Vergnügen der 40er Jahre versprühte das Orchester mit der stimmgewaltigen Sängerin Kerstin Olejak Swingend und in Erinnerung an Frank Sinatra mit „Night And Day“ von Cole Porter. Die Zeit des Zupackens bestimmten die 50er Jahre und so temperamentvolle Stücke wie der „Boogie Woogie“ von Don Raye, aber auch die klassische Egerländer Musik der „Fuchsgraben Polka“ aus der Feder von Karel Vacec bei der sich das gesamte Trompetenregister auszeichnen konnte.

Dem Ohrwurm „Down Town“ von Tony Hatch der 60er Jahre gab die Sängerin Kerstin Olejak bei präziser Abstimmung mit den Instrumentalisten besondere Ausdruckskraft. Seit 25 Jahren bricht „Mamma Mia“ das Musical mit den Hits von ABBA alle Verkaufsrekorde und avancierte zum gefeierten Verkaufsschlager. Das faszinierende an der Musik von ABBA, die sehr humorvoll und einfallsreich ist und das Lebensgefühl ganzer Generationen prägte, verstanden nach einem Arrangement von Roy Phillippe die Musiker prächtig in Szene zu setzen. Kontrastreich gab sich das Orchester mit dem grandiosen „What A Feeling“ aus der Filmmusik Flash Dance nach einem Arrangement von Erich Rachor, der stimmungsvollen Egerländer Perle“ von Frank Pleyer und dem schwungvollen „Andulka Marsch“ aus der Feder von Franz Bummerl. Dabei führte das Orchester die Zuhörer musikalisch auf die Spuren des legendären Ernst Mosch, der allen Blasorchestern ein Vorbild an Perfektion gewesen war.

Gute musikalische Nachwuchsarbeit
Auch das Jugendblasorchester konnte vor großem Publikum mit Unterstützung einiger altgedienter Musiker die gute musikalische Nachwuchsarbeit die unter Christian Gerling geleistet wird eindruckvoll unter Beweis stellen. Unter der stellvertretenden Stabführung von Erich Rachor ließen die Jungmusiker mit der „Festmusik“ von Richard Wagner nach einer Bearbeitung von R. Seifert-Kressbronn und dem von Michael Sweeney arrangierten „Beauty and the Best“ ihr Können bei sauberer Intonation aufblitzen. Das bereits auch andere Stilrichtungen wie die von Joe Grain komponierten „Mister Joe“ der Slow-Rock und das Tangostück „Bella Senorita“ präzise umgesetzt werden, zeigte das der Nachwuchs auf gutem Wege ist.

Gastorchester Wörth imponierte
Dynamisch und in prächtiger Spiellaune präsentierte sich das Gastorchester vom Musikverein Wörth unter der Leitung ihres jungen Dirigenten Andreas Fath im zweiten Programmteil. Das in allen Registern ausgeglichen besetzte Ensemble begeisterte das Publikum mit so stimmungsvollen Eröffnungsstücken wie den „Coburger Marsch“ Arrangiert von Franz Watz und dem Walzer „Böhmischer Wind“ von Ernst Mosch nach einem Arrangement von G.Weinkopf/Franz Bummerl. Mit dem feinen Gespür des instrumental machbaren intonierte das Orchester die eher fetzige Overtüre „Salutas Amigos“ von Hans Kolditz und das feurige „Zigeunerlager“ von Max Oscheit, arrangiert von Franz Bummerl. Sauber herausgearbeitet wurde von den Registern die faszinierende Stimmung „Auf der Vogelwiese“ nach einem Arrangement von H. Egidius und das Thema aus dem Stück „Miss Marple“ von Ron Goodwin. Gut disponiert zeigte sich das Gastorchester auch mit „String of Pearls“ von Jerry Gray, dem faszinierenden “Le Règiment de Sambre et Meuse“ Arrangiert von Roland Kreid und „Grease“ aus der Feder von W.Casey/J.Jacobs, ehe mit dem „Frankenlied“ der Schlusspunkt unter eine gelungene Serenade gesetzt wurde. Durch das Programm führten für Laudenbach Heike Rachor und für Wörth Andreas Fath. Als Zeitzeugen berichteten Julius Reiß, Josef Link, Anna Ludwig, Franz Hain und Otto Back über Laudenbacher Geschichten und Ereignisse, die auch zum Schmunzeln angetan waren..                        

Manfred Seemann, Bote vom Untermain vom 28. Juni 2005  

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