Kirchenkonzert 2010

MV Laudenbach

Aufs Publikum überspringende Begeisterung beim Jubiläumskonzert in der Laudenbacher Pfarrkirche St. Stephanus

Laudenbach. Eindrucksvoller hätte der musikalische Abschluss im 250 Jubiläumsjahr zur Erbauung der Pfarrkirche St. Stephanus und 100 Jahre Karolusheim nicht sein können. Die breite Palette meist geistlicher Chor-und Instrumentalwerke erfüllten am Sonntag, 24. Oktober das mit über 200 begeisterten Zuhörern besetzte Gotteshaus und sorgte für ein denkwürdiges musikalisches Ereignis. Veranstalter war die katholische Pfarrgemeinde.
Dem festlichen Anlass entsprechend, präsentierten sich während des 70 Minuten dauernden Programms die insgesamt 115 Mitwirkenden der Gemischten Chöre  „Sängerlust“ sowie „intakt – der Chor“ und des Blasorchesters vom Musikverein Laudenbach mit ausgewählten Chor und Instrumentalwerken in prächtiger Verfassung. Die hör- und spürbare Begeisterung der Sänger und Instrumentalisten bei der Interpretation der Werke von Komponisten wie Max Reger, Morten Lauridsen, Edmund Hawkins oder Knut Nystedt übertrug sich vom ersten Moment an auf die Zuhörer.
Mal andächtig, mal strahlend schuf Holger Blüder mit dem Chor Intakt mit dem „Gegrüßet seist du Maria“ aus der Feder des Laudenbacher Kirchenorganisten Horst Eilbacher eine Atmosphäre der Andacht und Meditation. Das vertonte Werk mit Sopran-und Altstimmen dargeboten und leicht jazzigen Untertönen gehört zu den meistgesprochenen Gebeten der Christenheit und ist auch Bestandteil des Angelus und Rosenkranzes. Interessant war das "Credo" " des Südafrikaners Niels van der Watt in seiner technischen Ausführung und Dynamik, aber auch das zeitgenössische, strahlende und in den Stimmen versetzte Gloria 3 des Chinesen Woo Hyo-Won wurde mit Freude bewältigt. Moderner Lobpreis ging zudem von dem "O magnum mysterium" von Morten Lauridsen und dem "Listen to me" aus, das aus der Feder von Knut Nystedt stammt. Gut verstanden hat es Intakt bei dem Stück „Witness“ arrangiert von Jack Halloran, die ansteigende Dynamik prächtig zum Ausdruck zu bringen.
Mit Titeln wie dem positiv hoffnungsvollen choralartigen Instrumentalwerk „Hymne of Friendship“ von Michel van Delft, dem als Swing beginnenden bekannten Gospelsong „O Happy Day“ einem Arrangement von Erich Rachor im Wechselspiel mit tiefem Blech und Holz, stellte das in den Registern stark besetzte Blasorchester des Musikvereins „Harmonie“ unter der Leitung von Erich Rachor sein vielseitiges Können unter Beweis. Sehr Festlich auch Andrè Waigneins „Air for Winds“, mit einer Melodienführung verschiedener Register das bei immer mehr Kontrapunktik ruhig und feierlich endet. Ganz Gegensätzlich und sehr rhythmisch und lebhaft dagegen „Exodus“ arrangiert von Johan de Meij und der klangvolle, zu Beginn sehr ruhig und immer rhythmischer werdende „Gabriella’s Song“ von Stefan Nilsson der von der kristallklaren Stimme der Solistin Kerstin Olejak profitierte und das Kirchenschiff erfüllte.
In jeder Hinsicht hören lassen kann sich die solide Arbeit die Erwine Knecht mit dem Gemischten Chor „Sängerlust“ leistet. Das Repertoire des bestens aufgelegten Chores reicht vom Spiritual, über Lobgesänge bis hin zur Anbetung. Mit den innigen Sätzen wie “Christus Herr, Hirte und Freund“ von Klemens_Maria Bause, oder Max Regers „Dein Wort, o Herr, wohnt weit“ oder Jochen Riegers spannungsvoller Anbetung „Heilig sei dein Name“ hinterließ der Chor bei guter Ausgewogenheit der Stimmen einen exzellenten Gesamteindruck. Mit toller Dynamik und Textinterpretation verstand es die „Sängerlust“ den Zughörern mit dem Spiritual „Um die Welt geht unser Lied“ von Willy Trapp und Klaus Heizmanns „Lobet Gott nicht nur mit Tönen“ einen besonders emotional geprägten Hörgenuss zu bereiten.
Den Schlusspunkt setzten alle Mitwirkende mit „Sometimes I Feel Like A Motherless Child“ einem toll von Erich Rachor arrangierten Negro-Spiritual, das sich deutlich vom bisher gehörten mit präzise ausgearbeiteten unterschiedlichen musikalischen Stimmungen und einem diszipliniert mitgehenden Orchester abgehoben hat. 
Für die Begleitung einzelner Stücke am Klavier sorgten Katharina Bernard und Thomas Schmitt          

Manfred Seemann, Bote vom Untermain vom 26.Oktober 2010

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