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Gala der Blasmusik mit dem Blasorchester Laudenbach im Hofgarten
Schlagzeuger Holger Müller Stargast des Abends
Laudenbach. Wie vielfältig Blasmusik in seinen Klangfarben sein kann, stellte der Musikverein Laudenbach mit gehobener Unterhaltungsmusik bei der „Gala der Blasmusik“ am Sonntag, 21. März eindrucksvoll unter Beweis. Mit Stücken verschiedenster Stilrichtungen hat das Orchester des Musikvereins mit dem Schlagzeuger der Extraklasse, Holger Müller im Hofgartensaal Kleinheubach den Frühling begrüsst und sich von Anbeginn an, in die Herzen der 350 Besucher gespielt.
Schlagzeuger der Extraklasse Für den Erfolg des Abends, der auch den Zuhörern zeigen sollte, was hinter der vielfach verhöhnten „dicke Backe- Musik“ steckt, sorgte neben ausgewählten Hits aus der Blasmusikszene auch der Stargast des Abends, Holger Müller. Ein Schlagzeuger der Spitzenklasse, der sich einst bei Ernst Mosch und heute bei Ernst Hutter und den Egerländer Musikanten, sowie im Landespolizeiorchester Hessen als einer der ganz Großen in der Musikszene einen Namen gemacht hat und nun den Zuhörern auf ganz besondere Weise die einzelnen Register als den „Maschinenraum des Orchesters“ vorstellte. Der mit einer ganzen Portion an Showtalent ausgestattete Müller verstand es prächtig, mit dem ihm willig folgenden Orchester all das umzusetzen, was er in einem Wochenendcrashkurs den Laudenbacher Musikanten vermitteln konnte.
Hochgeschwindigkeitssolist am Schlagzeug und Konzertxylophon Auch sorgte der Profimusiker der Spitzenklasse mit seinen temperamentvollen aber auch schweisstreibenden solistischen Einlagen bei denen die Drumsticks geradezu über das Schlagzeug wirbelten und auch das Chrash-Becken fast liebvoll von ihm umarmt wurde, für atemberaubende Farbtupfer. Bei der bekannten Titelmelodie „Zirkus Renz“ von H. Gietz, bewies sich Müller auch als Hochgeschwindigkeitssolist auf dem großen Konzertxylophon, wobei er in rasantem Tempo über die Palisander-Klangstäbe des Instruments fegte und von dem in allen Registern gut besetzten Orchester eine souverän zurückhaltende Begleitung erfuhr. Bei der „Trommelparade“ nach einem Arrangement von Franz Gerstbrein waren in guter Harmonie Holger Müller und Felix Wöber als Duett auf der kleinen Trommel zu hören.
Kaum andere Titel wären besser als Homage an die Böhmische Blasmusik geeignet gewesen, als die eingangs gespielten stimmungsvollen „Jubiläumsklänge“ von Holger Schad mit präziser Melodieführung, die von Tuba, Posaunen und sanften Hörnern geprägte „Fuchsgrabenpolka“ von Karel Vacek, dem Walzer „In der Gartenlaube“, ein Arrangement von Franz Bummerl, oder die temporeiche „Lustige Kutschenfahrt“ eine Polka arrangiert von Franz Watz. Zum Mitsummen oder gar Mitschnipsen der Zuhörer bestens geeignet war auch das von den Klarinetten und Saxophonregistern prächtig in Szene gesetzte „Kriminelle Medley“ mit Ohrwürmern aus den 50er Jahren wie „ohne Krimi geht die Mimmi nie ins Bett“, oder „und sie tanzt nur einen Tango“ arrangiert von H. Ahrens.
Blasorchester mit zahlreichen Solisten In prächtiger Spiellaune und exzellentem Klangvolumen präsentierten sich die Solisten auf der Posaune, Arno Weimer, Marika Meißenzahl und Matthias Lieb bei dem traditionellen südamerikanischen „Calypso Jam“, arrangiert von Erich Rachor. Ein Glücksfall für das Orchester ist, eine so brillante Gesangssolistin wie das Laudenbacher Eigengewächs Kerstin Olejak in seinen Reihen zu haben. Wenn Sie mit ihrer kristallklaren, oder auch mit besonderer Melancholie in der Stimme, bei Titeln wie dem von Liebe und Geborgenheit handelnden „Just The Way You Are“ mit der Altsaxophonistin Sabrina Habermann, sowie dem aus der finnischen Filmmusik bekannten „On Hetki“ von Rauno Lethinen oder dem „Gabriella Song“ der ein Stück von Freiheit erkennen lässt, zu besonderem Glanz verhilft, dann ist ihr stets der nicht Enden wollende Beifall der Zuhörer gewiss.
Zum Abschluss der gelungenen Gala führte die musikalische Reise mit dem von Erich Rachor arrangierten traditionellen „Tiger Rag“ und einem am Schlagzeug toll agierenden und wahre Trommelwirbel versprühenden Solisten Holger Müller nach New Orleans. Vorsitzender Michael Breitenbach fasste den Dank der Zuhörer für ein musikalisches Glanzerlebnis am Ende des Konzertes zusammen, für das Dirigent Erich Rachor im Vorfeld grossartige Arbeit geleistet und Stargast Holger Müller, diese in der Orchesterleitung und Regie fortgesetzt hat. Durch anhaltend langen Beifall erklatschten sich die Zuhörer noch zwei weitere Zugaben. Durch das Programm führte Holger Müller.
Manfred Seemann, Bote vom Untermain vom 23. März 2010
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