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Star-Trompeter reißt Laudenbacher Kapelle mit
Gala der Blasmusik vor 250 Zuhörern im Hofgarten
Kleinheubach/Laudenbach. Dass sich Tradition und moderne in der Blasmusik keineswegs ausschließen, hat das Blasorchesters vom Musikverein „Harmonie“ Laudenbach deutlich gemacht. Bei der beeindruckenden sechsten Gala der Blasmusik, ist dies den über 250 Zuhörern mit dem Startrompeter Felice Civitareale im Kleinheubacher Hofgartensaal mit prächtigen solistischen Werken deutlich geworden.
Dem begeisternd mitgehenden Publikum präsentierte sich mit Felice Civitareale ein Vollblutmusiker, der auch im zweiten Konzertteil den Part des Dirigenten übernommen hat. Als erster Trompeter der SWR Big Band, sowie als Orchester-Chef vom Paradise Orchester und einer der renommiertesten Studiomusiker Deutschlands hat sich Civitareale in der Musikszene einen klangvollen Namen gemacht. Auch ist er seit 2003 erfolgreich mit den Swinglegenden Hugo Strasser, Max Greger und Paul Kuhn auf Tournee unterwegs und hat sich zu einem der begehrtesten Trompeter Deutschlands entwickelt.
Der Erfolg des Abends mag auch daran gelegen haben, dass die ausgewählten Hits aus der Blasmusik-und Swingszene bei der zwei Stunden dauernden Programmfolge meist bekannt waren und die Zuhörer durchweg faszinierte. Auch stellte das in allen Registern gut besetzte Orchester eindrucksvoll unter Beweis, das es im Stande ist, das beim vorausgegangenen Probenwochenende von Felice Civitareale an Feinheiten erlernte in kürzester Zeit umzusetzen. In voller Harmonie, souveräner Interpretation und ungebremster Spielfreude stellte sich das recht Selbstbewusst und Zielstrebig aufspielende Orchester mit Swing und Musical-Hit’s auf den Gastdirigenten ein. Spürbar dabei war, wie intensiv Erich Rachor sein Orchester in zahlreichen Proben auf diesen Auftritt mit eigenen Arrangements Vorbereitet und eingestimmt hat.
Eingestimmt in den mit Böhmischer Blasmusik und bekannten Schlagern der 50er Jahre gespickten ersten Programmteil wurden die Zuhörer vom Ensemble unter der Leitung von Erich Rachor mit Peter Schads „Jubiläumsklängen“ und der „Böhmerwälder Polka“ arrangiert von Franz Watz. Eine treffend humoristische musikalische Beschreibung der Schiedsrichterszene ist dem Orchester mit den Posaunen-Solisten Arno Weimer / Marika Meisenzahl / Matthias Lieb bei dem Stück „The Referees“ nach der Musik von Dick Ravenal gelungen. Hits aus den fünfziger Jahren von Roy Etzel wie das von Erich Rachor arrangierte „Cherry Pink“ interpretierte Felice Civitareale mit Orchesterbegleitung exzellent auf seiner Trompete und ließ immer wieder seine gekonnte Fingerfertigkeit mit den Ventilen aufblitzen. Für eine musikalische Zeitreise in die 60er Jahre sorgte das Liebeskummer-Medley mit bekannten Evergreens und dem Gesangs-Duo Kerstin Olejak / Christian Schmitt. Alle Register ihres Könnens zog das Orchester bei dem Walzer „Böhmischer Wind“ und der Polka „Wir sind Kinder von der Eger“ von Ernst Mosch, bei kräftigem mit Klatschen der Zuhörer.
Erste solistische Trompetenglanzstücke setzte im zweiten Konzertteil Felice Civitareale mit einem Medly aus dem Musical „Phantom der Oper“ aus der Feder Andre Loyd Webber und dem „A Tribute To Harry James“ ein fulminantes Tournee-Werk des SWR in der Bearbeitung von Erich Rachor und hatte dabei als Dirigent das Blasorchester stets fest im Griff. Mit „Mona Lisa“ einem der schönsten Stücke von Nat King Coole entführte der sich sichtlich auf der Hofgartenbühne wohlfühlende Civitareale mit seinem filigranen Trompetensolo die Zuhörer in eine besonders faszinierende musikalische Klangwelt. Bekannt geworden durch Roger Cicero ist das von Erich Rachor bearbeitete Stück „Zieh die Schuh aus“ mit dem Gesangssolisten Christian Schmitt. Szenenapplaus gab es für den Startrompeter bei „Gonna Fly Now - Maria“ nach der bekannten Filmmusik von Bill Conti aus Rocky II. Zum Abschluss einer vom stürmischen Beifall der Zuhörer gekrönten Gala der Blasmusik hieß es nochmals Show-Time auf der Hofgartenbühne bei dem berühmtesten Stück „Music“ von John Miles. Das von den Saxophon- und Klarinettenregistern zu Beginn bestimmte Werk profitierte besonders durch die ausdrucksstarke Gesangssolistin Kerstin Olejak. Dem nicht enden wollenden Beifall trugen die Musiker mit weiteren Zugaben Rechnung.
Manfred Seemann, Bote vom Untermain vom 07. April 2009
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