Gala der Blasmusik 2006

MV Laudenbach

Glanzvolle Soli und charmanter Einklang

„Gala der Blasmusik“ mit Laudenbacher Musikverein und Trompeter Franz Tröster

Kleinheubach-Laudenbach. Tradition und moderne in der Blasmusik schließen sich keineswegs aus. Dies wurde bei der beeindruckenden Gala der Blasmusik des Blasorchesters vom Musikverein „Harmonie“ Laudenbach im Kleinheubacher Hofgartensaal auch mit prächtigen solistischen Werken deutlich unterstrichen.

Den über 400 begeisternd mitgehenden Zuhörern wurde unter der Leitung des Gastdirigenten Franz Tröster, der sich als erster Flügelhornist bei Ernst Mosch und dessen Nachfolgeorchester den Egerländer Musikanten zu einem der begehrtesten Trompeter Deutschlands gespielt hat, ein breites musikalisches Spektrum geboten das seine nachhaltige Wirkung nicht verfehlt haben dürfte.

Der Erfolg des Abends mag auch daran gelegen haben, dass die ausgewählten Hits aus der Blasmusikszene bei der gut zwei Stunden dauernden Programmfolge meist bekannt waren und nie haben Langeweile aufkommen lassen. Auch spielte das in allen Registern gut besetzte Orchester unter der Leitung des Gastdirigenten Franz Tröster in voller Harmonie, souveräner Interpretation und ungebremster Spielfreude auf. Mit charmanten weichen Stimmen konnte auch das bekannte Gesangsduo Karin und Hans im Zusammenwirken mit dem Ensemble beeindrucken. Exzellent vorbereitet und eingestimmt hatte Erich Rachor in zahlreichen Proben sein unter dem Gastdirigenten Selbstbewusst und Zielstrebig aufspielendes Orchester, das es verstanden hat, neben so modernen Werken wie „Lion King“ und „Mamma Mia“ den typisch Böhmischen Polkas, Walzer und Marsch Melodien, aus der Feder so bekannter Komponisten wie Ernst Mosch, Robert Payer und Frantisek Kmoch dieses Werke mit ihrem charakteristisch weichen Sound umzusetzen.

Eingestimmt in den eher modernen ersten Programmteil wurden die Zuhörer vom Ensemble mit Elton Johns bekanntem Werk „Lion King“ nach einem Arrangement von John Higgins. Ein erstes solistisches Trompeten Glanzstück setzte Franz Tröster mit „Arrival“ aus der Feder von B.Anderson/B.Ulvacus und S. Kampaneks Walzer „Boy Mozart“, mit dem Solisten Ralf Zöller (Tuba). Das Lebensgefühl ganzer Generationen prägte das Musical „Mamma Mia“ der legendären Schwedischen Popp Formation, bei dem sich Franz Tröster als exzellenter Kenner nach einem Arrangement von Roy Philippe ausweisen konnte. Sein gutes Klangvolumen stellte das Orchester im Zusammenspiel mit dem Solisten Christoph Bernhard (Tenorhorn) mit der Ballade „Blue Moon“ von Richard Rogers nach einem Arrangement von Erich Rachor und dem „What A Wonderful World“ mit dem Solisten Franz Tröster unter Beweis. Das sich das Orchester, das über gut ausgebildete und vielseitig einsetzbare Musiker verfügt, auch den Einbau von Solo-Passagen leisten konnte, wurde mit dem Stück „Dixieland Jump“, aus der Stilrichtung des Jazz stammend, nach einem Arrangement von John Warrington deutlich. In prächtiger Harmonie mit dem Orchester zog die „Rasselbande“ mit den Solisten Stephan Braunwarth (Trompete), Arno Weimer (Posaune), Veronica Rugieri (Klarinette), Tobias Schwarzer (Saxophon) bei flottem Lauf alle Register ihres Könnens.

Traditionelle Böhmerländer Klänge wie der „Egerländer Musikanten-Marsch“, der „Böhmische Wind“ von Ernst Mosch, die stimmungsvolle „Anna Polka“ von Josef Hotovy bestimmten den zweiten Teil des Abends. Temperament-und gefühlvoll beherrschte der junge Schlagzeugsolist Felix Wöber sein Instrument bei dem Marsch „Lieblingstrommler“ aus der Feder von Franz Bummerl. Exzellentes Gespür im zweiviertel Takt bewiesen die Solisten Christoph Bernhard, Andreas Frieß, Marcus Graim, Andreas Stapp, Stephan Reis, Michael Wöber (Hörner) bei den von Erich Rachor bearbeiteten „Frühlingsträumen“ im Zusammenwirken mit dem Orchester.

Im Sound des legendären Ernst Mosch intonierte das Orchester bei gelungenen Eingängen der Register das samtig weich klingende „Wir sind Kinder von der Eger“ und zum Abschluss einer gelungenen und vom stürmischen Beifall gekrönten Gala der Blasmusik Frantisek Kmochs temperamentvoller „Andulka Marsch“. Da die begeisterten Zuhörer noch längst nicht genug von den Böhmischen Klängen hatten, war nach langem Beifall noch das nahezu weich und zärtlich klingende „Bis bald auf Wiedersehn“ aus der Feder von Ernst Mosch vom Orchester und Gesangsduo zu hören. Durch das Programm führte Erich Rachor. 

Manfred Seemann, Bote vom Untermain vom 11. April 2006  

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