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Geballte Ladung Blasmusik Böhmische Klänge faszinieren das Publikum
Laudenbach. Es muss nicht immer die konzertante oder moderne Form der Blasmusik sein, die für ein volles Haus und begeisterte Zuhörer sorgt. Beim ersten Gala-Abend mit einer geballten Ladung traditioneller böhmischer Blasmusik hat sich der Musikverein „Harmonie“ am Sonntag in der überfüllten TV-Sporthalle mitten in die Herzen der Besucher gespielt. Der Erfolg des Abends mag auch daran gelegen haben, dass die ausgewählten Hits aus der Blasmusikszene bei der gut drei Stunden dauernden Programmfolge meist bekannt waren und nie haben Langeweile aufkommen lassen. Doch spielte auch das in allen Registern gut besetzte Orchester unter der Leitung von Erich Rachor in voller Harmonie, souveräner Interpretation und ungebremster Spielfreude mit dem bekannten Gesangsduo Dascha Menzel / Horst Nausch selbstbewusst und zielstrebig. Beeindruckend war zudem, wie es das Orchester verstand, die typisch böhmischen Polkas, Walzer und Marsch-Melodien aus der Feder so bekannter Komponisten wie Ernst Mosch, Vaclav Vackar, Franz Bummerl oder Robert Payer mit ihrem charakteristischen weichen und gemütlichen Klang im Zusammenwirken mit dem gefühlvollen Gesangsduo umzusetzen. Kaum ein anderes Stück wäre zum Auftakt der Gala als Hommage an die böhmische Musik besser geeignet gewesen als die stimmungsvolle „Egerländer Perle“ von Hans Kaszner, mit dem das Blasorchester Laudenbach den musikalischen Reigen dynamisch-klangvoll eröffnet hat. Im weiteren Programmverlauf waren bei exzellentem Klangvolumen und präzisen Einsätzen der Register Stücke zu hören wie die fesche „Lottchen-Polka“ von Ladislav Kubes, die Walzermelodie „Böhmischer Wind“ aus der Feder von Franz Bummerl, die der typisch böhmischen Melodie ihren charakteristischen Klang verlieh. Sein gutes Klangvolumen bei präzisen Einsätzen stellte das Orchester mit der Interpretation der „Sobulanka-Polka“ von Frantisek Manas und dem „Dompfaff“ bei gelungenem Eingang der Tenor-Register und der bekannt weich klingenden Polka „Wir sind Kinder von der Eger“ im Sound des legendären Ernst Mosch unter Beweis. Ein Beleg für die gute Besetzung des Orchesters mit Solisten lieferten die Tenorhörner mit Michael Wöber, Christoph Bernard, Andreas Stapf und Andreas Frieß mit ihren klangvollen Solostücken „Tenoristen-Freuden“ von Robert Payer und der „Böhmerwälder Polka“ von Franz Watz. Tonrein und formschön brachten sie die Melodien zur Entfaltung. Doch auch die Klarinettisten Anna-Maria Frieß und Petra Häfner bewiesen Spielfreude und saubere Interpretation beim „Clarinando“ von Richard Compello. Als souveräne Solisten auf der Trompete zeigten sich Stefan Braunwarth, Klaus Frosch und Stephan Frosch mit dem Swing-Stück „Trompetenparade“ von Georg Stich. Den Abschluss einer gelungenen Gala der Blasmusik besorgte Wenzel Zittners nahezu weiches und zärtliches Stück „Bis bald, auf Wiederseh´n“. Da die begeisterten Zuhörer auch nach über drei Stunden noch nicht genug von den böhmischen Klängen hatten, wurde nach langem Beifall noch eine Zugabe gewährt. Durch das Programm führten mit Esprit Erich Rachor und Horst Nausch.
Manfred Seemann, Bote vom Untermain vom 05.Oktober 2004
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