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Dreikönigskonzert mit jugendlichem Schmiss und prächtigen Klangfarben Laudenbacher Musikverein „Harmonie“ begeistert in Kleinheubach rund 400 Zuhörer
Kleinheubach/Laudenbach. Nichts von ihrer Anziehungskraft haben Konzerte des Musikverein „Harmonie“ zum Jahresbeginn verloren und sind immer wieder eine gute Adresse für außergewöhnlich konzertante aber auch moderne Blasmusik. Es sind die differenzierte Interpretation aber auch eine ungebremste Spielfreude mit hohem technischen Niveau, und ein frischer, harmonischer Gesamtklang die dem Dreikönigskonzert im mit über 400 begeisterten Zuhörern besetzten Kleinheubacher Bürgerzentrum Hofgarten ihren Stempel aufgedrückt haben. Für die stimmungsvolle Programmfolge sorgten das Blasorchester und Jugendorchester des Musikverein „Harmonie“ und das Gastorchester vom Musikverein „Frohsinn“ aus Großwallstadt.
Gastorchester aus Großwallstadt überzeugte Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Vorsitzenden Michael Wöber sorgte das Gastorchester aus Großwallstadt unter der Leitung von Michael Köhler mit dem Konzertmarsch „Mens Sana in Corpore Sano“ nach einem Arrangement von Geert Sprick für einen temperamentvollen Auftakt. Mit der folgenden musikalischen Vertonung des Werkes „Schloss Ort“ ist es dem Orchester gelungen, den vom Österreichischen Komponisten Fritz Neuböck in Szene gesetzten Sonnenaufgang im Salzkammergut oder das Gebet der Mönche, sowie eine Feuersbrunst musikalisch mit präzisem Spiel der Register darzustellen. In die bunte Welt der Clowns entführte das Ensemble mit dem Solisten Andreas Schreck (Flügelhorn) und seinem filigranen Spiel bei „Send in the Clowns“ nach einem Arrangement von Michael Köhler die Zuhörer. Was wäre Blasmusik ohne Polka dachte sich auch der musikalische Leiter aus Großwallstadt und ließ sein Orchester nach eigener Musik und Arrangement das Stück „Ja, diese wunderschönen Augen“ kraftvoll intonieren, ehe es zum Wechselbad der Gefühle mit der Facettenreichen „African Symphony“, Arrangiert von Naohiro Iwai nach der Musik von Van McCoy mit einem fulminanten Schlussakkord gekommen ist. Mit dem ersten Satz Alegro aus der feierlichen „Water Music Suite“ von Georg Friedrich Händel nach einem Arrangement von Frank Erickson, stellte das Gastorchester mit geschlossen aufspielenden Registern seine exzellenten Interpretationsfähigkeiten unter Beweis, ehe es mit einer weiteren Zugabe mit reichliche Beifall der Zuhörer in die Pause verabschiedet wurde.
Beachtliche Fortschritte im Jugendblasorchester Kostproben von der soliden und guten Aufbauarbeit beim Musikverein Laudenbach gab es für die Zuhörer vom Jugendblasorchester unter der Leitung des jungen Dirigenten Christian Gerling. Wacker schlugen sich die jungen Musiker des Vereins, die sich meist noch in der Ausbildungsphase befinden und mit solidem Spiel der Register überzeugen konnten. Das mit 17 Jugendlichen, bestückte Ensemble legte beachtliche Fortschritte an den Tag, was mit so gelungenen Stücken wie dem Song „Boulevard of broken dreams“ von Green Day, den drei Pop Stücken aus „Three Little Pop Tunes“ von Dizzy Stratford, dem lateinamerikanischen Werk „Danza Latina“ von Victor Lopez, oder dem bekannten „Smooth“ nach der Musik von Rob Thomas belegt wurde.
Souverän aufspielendes Blasorchester Ein Feuerwerk an musikalischen Glanzleistungen auf hohem Niveau lieferte im zweiten Konzertteil das Blasorchester Laudenbach unter Dirigent Erich Rachor ab. Das in allen Registern ausgeglichen besetzte Ensemble profitiert besonders von zahlreichen jungen Solisten aus der Talentschmiede des Vereins, die ihr Können mit herausragender Präzision bei den verschiedensten Werken unter Beweis stellen konnten. Von ihrer dynamischen Seite zeigten sich die Laudenbacher Musiker und ihr Dirigent mit dem temperamentvollen „Andulka Marsch“ nach der Musik von Frantisek Kmoch und einem Arrangement von Franz Bummerl. Gefühlvoll und prächtig in den Klangfarben einzelner Register führte das Orchester mit dem ersten Satz aus Joseph Haydns 1796 komponiertem „Trompetenkonzert Es-Dur“ die Zuhörer in die stilistische Zeit der Klassik. Mit diesem von Haydn als letztes geschriebenes Instrumentalkonzert kam er der Anregung des Trompeters Anton Weidinger nach, der seinerzeit mit der über Klappen verfügenden Trompete eine bahnbrechende Erfindung gemacht hatte, die er mit Freude erproben wollte. Mit dem Solisten Stephan Braunwarth, hat das Laudenbacher Ensemble einen Trompeter in seinen Reihen der wie kaum ein anderer das Werk Haydns ansatzfrei, technisch brillant und mit souveränem Lauf hätte interpretieren können. Gefühlsintensiv und die rhytmischen Elemente nutzend gab das Orchester Kostproben mit einem tollen Medley aus „The Soul-Legends“ nach einem Arrangement von John Wasson mit der prächtig aufspielenden Solistin Sabina Habermann (Saxophon). Eine musikalische Liebeserklärung der besonderen Art präsentierte das Ensemble mit der charmanten Ballade „Just The Way You Are“ von Billy Joel dem Meister der Pop-und Rock Musik. Für den besonderen Farbtupfer sorgte dabei die ausdrucksstarke Sängerin Kerstin Olejak mit ihrem bezaubernd klaren Stimmenvolumen. Wie vielfältig das Reportire des Blasorchesters ist, wurde mit dem „St. Louis Blues“ des legendären amerikanischen Jazzposaunisten Glenn Miller nach einem Arrangement von Erich Rachor deutlich. Für besondere Brillanz des 1942 in der Army-Zeit Millers arrangierten Titels sorgten die gut aufgelegten Solisten Tobias Schwarzer (Tenorsaxophon) und Felix Wöber (Schlagzeug) im Zusammenspiel mit den fulminant aufgelegten Registern des Orchesters. Den Schlusspunkt eines mit viel Beifall bedachten Konzertabends setzten die vor Spielfreude sprühenden Instrumentalisten unter ihrem Dirigenten mit zwei weiteren Zugaben. Durch das Programm führten Michael Köhler (Großwallstadt), Michael Breitenbach (Blasorchester Laudenbach), sowie Johanna Renz und Jana Lanzendörfer (Jugendblasorchester Laudenbach). Den Dank an alle Mitwirkende des Konzertabends fasste stellvertretender Vorsitzender Michael Wöber zusammen und schloss darin auch die sachkundigen Besucher und Helfer des Vereins, sowie die Sponsoren der „Harmonie“ mit ein. Für den 1. April diesen Jahres kündigte Wöber die „Gala der Blasmusik“ als nächstes Konzerthighlight des Musikvereins mit dem ersten Trompeter und Musiker der Spitzenklasse im Orchester von James Last, Bob Lanese im Hofgarten an.
Manfred Seemann, Bote vom Untermain vom 09. Januar 2007
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