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Sprühende Spielfreude, harmonischer Klang
Blaskapellen aus Laudenbach und Röllfeld mit hohem Niveau beim Dreikönigskonzert
Kleinheubach/Laudenbach. Differenzierte Interpretation, ungebremste Spielfreude, hohes technisches Niveau, und einen frischen, harmonischen Gesamtklang – kurz, Blasmusik vom allerfeinsten hat das Dreikönigskonzert des Blasorchester vom Musikverein „Harmonie“ aus Laudenbach und das Gastorchester des Musikverein Röllfeld den über 400 begeisterten Besuchern im nahezu ausverkauften Kleinheubach Hofgartensaal geboten.
Für das fast dreistündige Konzertprogramm hatte Dirigent Erich Rachor für sein Orchester Werke von Komponisten wie Giuseppe Verdi, Bert Kaempfert, Ray Charles ausgewählt. Zu einem Feuerwerk an musikalischen Glanzleistungen auf hohem Niveau spornte der ehrgeizige und engagierte Dirigent sein ihm willig folgendes Orchester immer wieder an. Auch stellten zahlreiche junge Solisten aus der Talentschmiede des Vereins, ihr Können mit herausragender Präzision unter Beweis. Mit dem Musikverein Röllfeld präsentierte sich ein Gastorchester, das sich in prächtiger Verfassung unter dem engagierten Dirigenten Thomas Schmitz ebenfalls schnell in die Herzen der Zuhörer spielte.
Gastorchester mit Pfiff
Das Gastorchester aus Röllfeld eröffnete zunächst den Konzertabend mit dem „Song of Freedom“ von Jan de Haan aus Beethovens neunter Sinfonie mit klangvollem Spiel der Register mit einem sich fast überschlagenden Schluss-Prestissimo bevor es zu den grandiosen Abschlusstakten gekommen war. Das Ensemble leitete über zur Komposition „The Second Waltz“ aus der zweiten Jazz Suite von Dimitrij Schostakowitsch nach einem Arrangement von Andrè Waignein. Orientalische Klänge in kongenialer Umsetzung für Blasorchester waren mit dem „Persischen Marsch“ aus der Feder von Johann Strauß Sohn nach einem Arrangement von Rodney Parker mit den Solisten Tobias Schwarzer (Altsaxophon) und Hubertine Schmitz (Waldhorn) zu hören. In den Wilden Westen mit bekanten Winnetou-Filmmelodien wie „Schatz im Silbersee“ oder „Winnetou III“ entführte das Orchester mit brillanter Klarinettenführung die Zuhörer. Melodische Bluesstücke wurden im Anschluss mit dem zeitgenössischen Stück „Variazioni in blue“ von Jacob de Haan sauber und in der Dynamik präzise ausgearbeitet von den Registern intoniert. Den rassigen Konzertmarsch mit flottem Lauf der Trompeten und Hörner “Die Sonne geht auf “ des jungen aus dem Raum Schweinfurt stammenden Komponisten Rudi Fischer interpretierte das Ensemble wuchtig und für die Zuhörer mitreisend., ehe das Gastorchester mit einer weiteren Zugabe von den Zuhörern mit reichlich Beifall in die Pause verabschiedet wurde.
Hoffnungsvolle Jungmusiker
Kostproben von der soliden und guten Aufbauarbeit beim Musikverein Laudenbach gab es für die Zuhörer vom Vororchester unter der Leitung des jungen Dirigenten Christian Gerling. Wacker schlugen sich die jüngsten des Vereins, die sich immerhin noch in der Ausbildungsphase befinden und mit ständigem Accordwechsel überzeugen konnten. Das mit 16 Jugendlichen, bestückte Ensemble legte beachtliche Fortschritte an den Tag, was mit so gelungenen Stücken wie der Titelmelodie aus „The Flintstones“, der bekannten Filmmelodie „I will follow him“ aus dem Stück Sister Act beides nach einem Arrangement von Michael Sweeney und der Rumbamelodie „“Musik in a garden“ von Rob Aves, sowie dem „Brandy Station March“ von John Edmondson belegt wurde.
Harmonie Musiker glänzten als geschlossene Einheit
Von ihrer dynamischen Seite zeigten sich die Laudenbacher Musiker und ihr Dirigent gleich zu Beginn des zweiten Konzertteiles mit dem schwungvollen „Bohemia Marsch“ als Reverenz an den legendären Ernst Mosch, aus der Feder von Kurt Placher. Mit präzisem Lauf der Bläser und den Klangfarben einzelner Register, führte das Orchester mit Guiseppe Verdis stimmungsvollen „Triumphmarsch“ aus Aida nach einem Arrangement von Jules Hendriks die Zuhörer auf die Spuren des alten Ägypten. In sauberer Präzision ausgearbeitet gab das Orchester exzellente Kostproben bei souverän aufgelegten Schlagzeugern der bekanntesten Phil Collins-Hits, wie „Something Happened On The Way“, „Easy Lovers“ oder die prächtige Ballade „A Groovy Kid Of Love“ nach einem Arrangement von Walter Ratzek. Besonderes musikalisches Gespür im Reigen der Register bewiesen dabei die Solisten Annette Schwarzer, Jana Lanzendörfer (Flöte), Tobias Schwarzer (Tenor-Saxophon), Susanne Gerling (Posaune) und Stephan Braunwarth (Trompete). Einen besonderen musikalischen Leckerbissen zelebrierten die Trompetensolisten Klaus und Stephan Frosch, Alexander Mai, Stephan Braunwart, Kerstin Olejak, Katharina Bernard, Manuale Eilbacher und Raimund Frieß mit dem legendären Erfolgsstück „Stranger In The Night“ von Bert Kaempfert , arrangiert von Erich Rachor.
Für erwachende Lebensfreude nach langen Winternächten, sorgte die Polka „Winterträume“, ein brillantes Solostück für Tenorhörner mit den Solisten Christoph Bernard, Andreas Frieß, Stephan Reiß und Michael Wöber. Wie vielfältig das Reportire des Blasorchesters ist, wurde mit „Halleluja, I Love Him So“ arrangiert von Erich Rachor, als Erinnerung an den legendären amerikanischen Blues und Soul Musikers Ray Charles deutlich, das von Kerstin Olejak mit ihrer bezaubernd klaren Stimme hervorragend Interpretiert wurde.
Den Schlusspunkt eines mit Begeisterung aufgenommenen Konzertabends setzten die vor Spielfreude sprühenden Instrumentalisten unter ihrem Dirigenten mit zwei weiteren vom Beifall der Besucher geforderten Zugaben. Durch das Programm führten Thomas Grein (Röllfeld) und Heike Rachor (Laudenbach).
Manfred Seemann, Bote vom Untermain vom 09. Januar 2005
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