Dreikönigskonzert 2005

MV Laudenbach

Blasorchester Laudenbach und Germania Bürgstadt sorgten für gelungenes Dreikönigskonzert
Auch Laudenbachs Bläserjugend gab Kostproben ihres Könnens

Kleinheubach/Laudenbach. Wer die konzertante aber auch moderne Blasmusik schätzt, der findet bei Konzerten des Blasorchester vom Musikverein „Harmonie aus Laudenbach immer die richtige Adresse. Einmal mehr wurde wieder deutlich, dass Erich Rachor mit seinem Orchester bei Musikkennern mittlerweile schon so etwas wie ein Kultstatus erreicht hat. Kein Wunder also, dass der Kleinheubacher „Hofgartensaal“ beim 22. Dreikönigskonzert wieder mit über 400 begeisterten Besuchern ausverkauft war. Mit dem Gastorchester des frisch und engagiert aufspielenden Musikverein „Germania“ aus Bürgstadt war ein guter Griff gelungen.

Für das gut zweistündige Konzertprogramm hatte Dirigent Rachor für sein Orchester Werke von Komponisten wie Frantisek Kmoch, David Marshall, Jerry Nowak und Andrew Lloyd Webber ausgewählt. Zu einem Feuerwerk an musikalischen Glanzleistungen auf hohem Niveau spornte der ehrgeizige und engagierte Dirigent sein ihm willig folgendes Orchester immer wieder an. Auch stellten zahlreiche junge Solisten aus der Talentschmiede des Vereins, immer wieder ihr Können mit herausragender Präzision unter Beweis. Mit dem Musikverein „Germania“ aus Bürgstadt präsentieret sich ein Gastorchester, das sich in prächtiger Verfassung unter einem engagierten Dirigenten ebenfalls schnell in die Herzen der Zuhörer spielte.

Stimmungsvolles Gastorchester

Vom Gastorchester aus Bürgstadt unter der Leitung von Marcus Greim wurde mit dem rassigen Konzertmarsch “Die Sonne geht auf “ des jungen aus dem Raum Schweinfurt stammenden Komponisten Rudi Fischer wuchtig und dynamisch, für die Zuhörer mitreisend, der erste Teil des Konzerts mit temperamentvollen Klängen eröffnet. Das Ensemble leitete über zur Komposition „La Storia“ aus der Feder von Jakob de Haan. Das für eine Filmmusik geschriebene und noch nicht aufgeführte Werk mit seinem wechselvollen melodischen Lauf war für die Zuhörer bestens geeignet, die Entstehung einer eigenen Filmmusik spüren und einwirken zu lassen. Dynamisch setzte das gut besetzte Orchester der „Germania“ mit den bekanntesten Melodien aus dem Musical „Grease“ der legendären Bee Gees nach einem Arrangement von Willy Hautvast den Abend mit flotter konzertanter Blasmusik fort. Mit Sebastian Paulus hatte das Gastorchester einen exzellenten Trompetensolisten in seinen Reihen, der dem Star-und Solotrompeter Walter Scholz den Spitznahmen „Teufelszunge“ mit dem gleichnamigen Trompetenstück nach einem Arrangement von Walter Tuschla bescherte, alle Ehre gemacht hätte. In brillanter Technik und mit einem super Lauf in allen Tonhöhen begeisterte der junge Trompeter die Zuhörer mit seiner wahrhaftig gewordenen „Teufelszunge“. Wohl kein anderes Musikstück ist neben „We are the champions“ so eng mit der englischen Rock-Band „Quen“ und ihrem charismatischen Sänger Freddy Mercury so verbunden, wie „Bohemian Rhapsody“. Mit diesem Werk in der Bearbeitung für Blasmusik von Norbert Studnitzky mit den führenden Registern von Hörner, Saxophon und Posaune und einer weiteren Zugabe wurde das begeisternde Gastorchester von den Zuhörern in die Pause verabschiedet.

Gute Jugendarbeit trägt ihre Früchte

Kostproben von der soliden und guten Aufbauarbeit beim Musikverein Laudenbach gab es für die Zuhörer vom Jugendblasorchester unter der Leitung des jungen Dirigenten Christian Gerling. Wacker schlugen sich auch bei ihrem ersten Auftritt die jüngsten des Vereins, die erst seit einem halben Jahr in Ausbildung sind. .Das mit 19 Jugendlichen, meist Mädchen bestückte Ensemble hat beachtliche Fortschritte gemacht, was mit so gelungenen Stücken wie den amerikanischen Marsch „High Scholl Cadets von John Philip Sousa, dem aus Lateinamerika stammenden „Kiwi-Cha-Cha“ von Joe Grain und dem Walisischen Volksstück „Ffigysbren“ in der Bearbeitung von Franz Watz deutlich wurde. Mit dem Titel „Fanfare und Presto“ aus der Feder von Michael Sweeney bestimmten besonders die hohen Register der Trompeten mit ihren Fanfarensignalen die eingängige Melodie, die vom tiefen Register und Schlagzeug unter Einmischung des Orchesters sauber beantwortet wurde.

Blasorchester präsentierte Vielfalt musikalischer Klangbilder

Von ihrer dynamischen Seite zeigten sich die Laudenbacher Musiker und ihr Dirigent gleich zu Beginn mit typisch Böhmischer Blasmusik und dem „Andulka Marsch nach einer Musik von Frantisek Kmoch, Arrangiert von Franz Bummerl. Dabei führte das Orchester die Zuhörer musikalisch auf die Spuren des legendären Ernst Mosch, der allen Blasorchestern ein Vorbild an Perfektion gewesen war. Für ein farbenprächtiges Klangbild mit für den schwarzen Kontinent typisch pulsierenden Rhythmus sorgte die Komposition „African Symphony“ von Van McCoy, Arrangiert von Naohiro Iwai. Stimmungsvoller Trommelwirbel die präzise Intonation der Bläser und die Klangfarben verschiedenster Register stellten das kraftvolle Leben der farbenreichen Landschaftsbilder mit ihrer vielfältigen Tierwelt in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit eindrucksvoll und in ihrer kraftvollen Dramatik musikalisch dar.

Eindrucksvoll aufspielende Solisten setzten Glanzpunkte

In die Zeit der goldenen zwanziger Jahre entführte das Orchester die Zuhörer mit der „Dixieland Parade“ einem Jazz Arrangement von David Marshall das aus der langen Tradition afro-amerikanischen Musizierens in New Orleans ihren Ursprung hat. Exzellentes musikalisches Gespür bewiesen dabei die Solisten Andreas Zöller (Posaune), Alexander May (Trompete), Petra Häfner (Klarinette) bei so bekannten Themen wie Sweet Georgia Brown oder den weltberühmten Charleston. Das dass legendäre Musical „Starlight Express“ mehr als nur ein Kindertraum ist, bewiesen die engagierten und sichtlich begeisterten Musiker, die bei dieser musikalischen Erzählung nach einem Arrangement von Jerry Nowak alle Register ihres Könnens zogen. Dabei führte Dirigent Rachor sein souverän aufspielendes Orchester im Zusammenspiel der begeisternd aufspielenden Klarinetten und Saxophone beim präzisen Zwischenspiel mit sicherer Hand und dem Gespür für den Geschmack des Publikums. Wie vielfältig das Reportire das Blasorchesters ist, wurde bei dem international wohl bekanntesten Tango „La Cumparsita“ nach der Musik von Matos Rodriguez, arrangiert von Erich Rachor deutlich. Die Kraft dieses im Jahre 1917 im Arbeiterviertel von Montevideo uraufgeführte Stück verstand es den Schmerz in pure Energie und Lebensfreude umzuwandeln. Auf dieser leidenschaftlichen musikalischen Reise nach der Bearbeitung des virtuosen Bläserquintetts Canadian Brass begeisterte das exzellent aufspielende Trompeten Trio Stephan Braunwarth, Klaus Frosch und Stefan Frosch nahezu professionell. Mit dem Mega- Hit „Don’t cry for me Argentina“ von Andrew Loyd Webber nach einem Arrangement von Erich Rachor wurde einst dem Mythos und Engel der Armen in Argentinien Eva Peron ein Denkmal gesetzt. Diese wunderbare Ballade interpretierte Kerstin Olejak mit ihrer bezaubernden kristallklaren Stimme bei einfühlsamer Umrahmung des souverän mitgehenden Orchesters.

Den Schlusspunkt eines begeisternden Konzertabends setzten die in jeder Phase hochkonzentrierten aber auch vor Spielfreude sprühenden Instrumentalisten unter ihrem exzellenten Dirigenten mit zwei weiteren vom frenetischem Beifall der Besucher geforderten Zugaben. So fand das hochkarätige und vielfältige Klangerlebnis für die fachkundigen Zuhörer einen wahrhaft krönenden Abschluß. Durch das Programm führten Fritz Hofmann (Bürgstadt) und Heike Rachor (Laudenbach). 

Manfred Seemann, Bote vom Untermain vom 08. Januar 2005

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